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Lux – Beleuchtungsstärke richtig planen

Wie viele Lux braucht mein Raum?

Lux (lx) ist die Einheit der Beleuchtungsstärke und gibt an, wie viel Lichtstrom pro Quadratmeter auf eine Fläche trifft. 1 Lux = 1 Lumen pro m². Für die Planung einer Beleuchtungsanlage ist der geforderte Lux-Wert der Ausgangspunkt: Er bestimmt, wie viele Leuchten mit welcher Leistung installiert werden müssen. Die DIN EN 12464-1 definiert Mindest-Lux-Werte als Wartungswerte – also Werte, die auch nach Jahren der Nutzung nicht unterschritten werden dürfen. Die Formel für die überschlägige Berechnung lautet: Anzahl Leuchten = (Lux × Fläche) / (Lumen pro Leuchte × Nutzungsfaktor × Wartungsfaktor).

500 Lux einfach erklärt: was bedeutet das in der Praxis?

500 Lux ist der zentrale Referenzwert in der Bürobeleuchtung und kommt aus der DIN EN 12464-1 als Wartungswert für Bildschirmarbeit, Lesen und Schreiben. In der Praxis: Sie können auf Ihrem Schreibtisch ohne anstrengende Augen klein gedruckten Text lesen und Detailarbeit über mehrere Stunden machen. Zum Größenvergleich (typische Lux-Werte): • Tageslicht klarer Sommertag draußen: 100.000 Lux (200x heller als 500 Lux Büro) • Tageslicht bewölkter Tag draußen: 10.000-25.000 Lux • Hell beleuchtete Schaufenster: 1.000-5.000 Lux • Operationssaal: 1.000 Lux (Allgemein) plus 10.000-100.000 Lux (OP-Leuchte) • Großküche, Industrielabor: 750 Lux • Büro Bildschirmarbeit, Klassenzimmer, Werkstatt mittel: 500 Lux (Norm) • Empfang, Verkaufsfläche Grundlicht: 300 Lux • Wohnzimmer abends: 100-200 Lux • Flur, Treppenhaus: 100 Lux • Verkehrsweg Parkplatz: 20-50 Lux • Strassenlaterne darunter: 10-30 Lux • Dämmerung kurz nach Sonnenuntergang: 1-10 Lux • Vollmondnacht klar: 0,25 Lux Kurz: 500 Lux ist sehr viel weniger als draußen am Tag, reicht aber für jede anspruchsvolle Sehleistung am Arbeitsplatz. Wer mit echtem Tageslicht arbeitet (Fenster im Rücken, ungefiltert), muss die Kunstlichtanlage nur als Ergänzung auslegen, das spart laut [DGUV Information 215-211](https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/3552/licht-und-beleuchtung) Beleuchtungsenergie.

Wieviel Lux hat Tageslicht? Vergleichstabelle

Natürliches Tageslicht erreicht Werte, die mit Kunstlicht praktisch nicht erreichbar sind. Eine typische Bürobeleuchtung von 500 Lux ist etwa 200x dunkler als die pralle Mittagssonne. Diese Tabelle zeigt typische Lux-Werte verschiedener Lichtsituationen, von der Vollmondnacht bis zum klaren Sommertag. • Direkte Sonne, Sommer Mittag: 100.000–130.000 Lux • Direkte Sonne, Wintertag: 5.000–15.000 Lux • Hell bewölkter Himmel: 10.000–25.000 Lux • Stark bewölkter Himmel: 5.000–10.000 Lux • Regenwetter: 1.000–5.000 Lux • Tageslicht am Fenster (innen): 500–5.000 Lux • Bürobeleuchtung (DIN-Norm): 500 Lux • Wohnzimmer-Grundbeleuchtung: 100–300 Lux • Flur, Treppenhaus: 50–100 Lux • Dämmerung: 1–10 Lux • Vollmondnacht klar: 0,25 Lux • Sternennacht ohne Mond: 0,001 Lux Hinweis für die Beleuchtungsplanung: Tageslicht ist immer der Referenzwert, an dem Kunstlicht-Konzepte gemessen werden. Räume mit hohem Tageslichtanteil brauchen weniger Kunstlicht, eine Helligkeitssteuerung mit Tageslichtsensor (Konstantlicht-Regelung) kann 30–60% der Beleuchtungsenergie einsparen.

Berechnungsbeispiel: Werkstatt 80 m²

Anforderung: 500 Lux für mittlere Montagearbeit (DIN EN 12464-1). Raumfläche: 80 m². Nutzungsfaktor: 0,75 (typisch für Werkstatt mit mittlerer Raumhöhe). Wartungsfaktor: 0,7 (staubige Umgebung). Benötigter Gesamt-Lichtstrom: (500 × 80) / (0,75 × 0,7) = 76.190 Lumen. Mit LED-Hallentiefstrahlern à 15.000 Lumen: 76.190 / 15.000 = 6 Leuchten (aufgerundet). Elektrische Leistung: 6 × 100W = 600W = 7,5 W/m². Vergleich konventionell (Leuchtstoffröhre): ca. 12-15 W/m² = 960-1.200W. Ersparnis mit LED: ca. 40-50% Energiekosten. Bei 4.000 Betriebsstunden/Jahr und 0,30€/kWh: 432-720€ jährliche Einsparung.

Lux vs. Lumen vs. Watt: Was ist der Unterschied?

Lumen (lm) = Gesamt-Lichtstrom einer Lichtquelle. Wie viel Licht insgesamt abgegeben wird. Lux (lx) = Beleuchtungsstärke auf einer Fläche. Wie viel Licht pro m² ankommt. 1 Lux = 1 Lumen/m². Watt (W) = Elektrische Leistungsaufnahme. Wie viel Strom verbraucht wird. Lumen pro Watt (lm/W) = Lichtausbeute/Effizienz. Wie viel Licht pro Watt erzeugt wird. Beispiel: Eine LED-Leuchte mit 3.600 Lumen und 36W hat eine Effizienz von 100 lm/W. Wenn Sie diese Leuchte 1m über einer Fläche von 1m² montieren, erzeugt sie je nach Abstrahlcharakteristik ca. 2.000-3.000 Lux direkt darunter. Auf einer grösseren Fläche verteilt sich das Licht: 3.600 lm auf 10 m² ergibt theoretisch 360 Lux (ohne Verluste). Praxistipp: Orientieren Sie sich bei der Leuchtenauswahl am Lumen-Wert, nicht am Watt-Wert. Watt sagt nichts über die Lichtmenge aus.

Häufige Fragen

Was bedeuten 500 Lux am Arbeitsplatz?+

500 Lux ist der Wartungswert nach DIN EN 12464-1 für Bildschirmarbeit, Lesen und Schreiben. Sie können damit auch klein gedruckten Text mehrere Stunden lesen ohne Augenanstrengung. Vergleich: Tageslicht draußen liegt am Tag bei 10.000-100.000 Lux, also 20-200x höher als gute Bürobeleuchtung. 500 Lux klingt nach viel, ist aber selbst für anspruchsvolle Sehleistung das Minimum, nicht der Komfort-Wert.

Wie viel Lux hat Dämmerung?+

Zwischen Sonnenuntergang und kompletter Dunkelheit liegt die Beleuchtungsstärke bei etwa 1-10 Lux. Direkt nach Sonnenuntergang (Bürgerliche Dämmerung) noch 1-5 Lux am Boden, dann fällt es auf unter 1 Lux (nautische und astronomische Dämmerung). Eine Vollmondnacht klar liefert noch 0,25 Lux. Zum Vergleich: eine normale Strassenlaterne darunter liefert 10-30 Lux am Boden.

Was sind 50 Lux?+

50 Lux ist eine sehr niedrige Beleuchtungsstärke und entspricht etwa einer beleuchteten Treppenhausstufe oder einem mässig beleuchteten Parkplatz. Für Bürotätigkeit reicht das nicht (zu dunkel), für Verkehrswege im Außenbereich oder Beleuchtung von Treppen und Fluren reicht es aus. DIN-Empfehlung: Verkehrswege Parkplatz 20-50 Lux, Treppenhäuser im Wohnbau 50 Lux.

Wie viele Lux braucht ein Büro?+

500 Lux auf der Arbeitsfläche für Bildschirmarbeit, Lesen und Schreiben (DIN EN 12464-1). Im unmittelbaren Umgebungsbereich mindestens 300 Lux. In Fluren und Verkehrswegen des Büros 100 Lux.

Wie viele Lux braucht eine Werkstatt?+

Grobe Arbeit: 300 Lux. Mittlere Arbeit (z.B. Metallbearbeitung, Montage): 500 Lux. Feine Arbeit (Elektronik, Uhrmacher): 750 Lux. Sehr feine Arbeit (Qualitätsprüfung): 1000 Lux. Zusätzliche Arbeitsplatzleuchten können lokal höhere Werte erzielen.

Wie rechne ich Lumen in Lux um?+

Vereinfacht: Lux = (Lumen × Nutzungsfaktor × Wartungsfaktor) / Fläche. Der Nutzungsfaktor (0,4-0,9) berücksichtigt wie viel Licht tatsächlich die Arbeitsfläche erreicht (abhängig von Raumgeometrie und Reflexionsgraden). Der Wartungsfaktor (0,6-0,8) berücksichtigt Alterung und Verschmutzung. Für eine exakte Berechnung empfiehlt sich DIALux oder RELUX Software.

Kann man zu viel Lux haben?+

Ja. Übermässige Beleuchtungsstärke verschwendet Energie und kann zu Unbehaglichkeit führen. Die DIN EN 12464-1 empfiehlt, den 1,5-fachen Wert des Mindestwertes nicht dauerhaft zu überschreiten. Mehr Lux bedeutet auch mehr Wärmeentwicklung. Ausnahme: Einzelne Arbeitsplätze mit besonders hohen Sehanforderungen können und sollten gezielt stärker beleuchtet werden (Arbeitsplatzleuchte).

Wie messe ich die Lux-Werte einer bestehenden Anlage?+

Mit einem Luxmeter (Beleuchtungsstärkemessgerät, ab ca. 30€). Messen Sie auf der Arbeitsfläche (typisch 0,85 m Höhe) an mehreren Punkten im Raum. Messen Sie sowohl den Mittelwert als auch die Gleichmässigkeit (dunkelste / hellste Stelle). Messen Sie bei ausgeschaltetem Tageslicht (Abends oder bei verdunkeltem Raum). Vergleichen Sie die Werte mit dem Wartungswert der Norm. Sind die gemessenen Werte unter dem Normwert, ist eine Nachrüstung oder zusätzliche Beleuchtung erforderlich.

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